Das Prana-Gelände liegt in der Nähe des Meeres. Immer wenn ich hier in Indien ans Meer gehe, begleiten mich die zwölfjährigen, von Prana geförderten Zwillinge Krish und Kishor.
In Indien gibt es einen Gott, der alle Hindernisse beseitigt. Ganesh heißt er. Ganesh ist ein häufiger Name für Jungs. Der junge Mann, der am Inkusionsprogramm unserer Montessori Schule teilnimmt, heißt Ganesh. Nomen est Omen.
Kalaimani war blind. Sie wurde so geboren. Mitten in einem Slum. Die Nachbarn kannten alle den Grund für diese Tragödie: Das Mädchens hat in seinem früheren Leben ein großes Unrecht begangen. Sonst wäre das nicht geschehen.
Nicht dass noch jemand denkt, die von uns geförderten Mädchen bleiben irgendwann auf der Strecke. Heiraten; Kinderkriegen, sich vom Mann unterbuttern lassen. Das war‘s. Mitnichten!
Eines unserer Kinder mit besonderen Herausforderungen hat, wie alle anderen Kinder dieser Welt, einen Namen. Den kennt aber so gut wie niemand. Sweetheart ist nämlich ein Sweetheart...
Hier die Geschichte meines großen Scheiterns: Immer wieder schreibe ich, dass das Prana-Projekt an einen Slum grenzt. Ein Slum mit begabten Kindern, wie sich mehr und mehr herausstellt. Die Siedlung erstreckt sich vor der Prana-Schule. Heute will ich von dem Gelände neben der Prana-Schule berichten.