ABSCHIED VON SHIVANESHVARI
Veröffentlicht von Hilde Link · Dienstag 07 Apr 2026
Es war ein ergreifender Moment, als Sivaneshvari Abschied nahm von Prana, von „ihren“ Kindern mit Behinderungen, um die sie sich rührend und voller Hingabe gekümmert und die sie mit Spielen und allerlei Anregungen gefördert hatte.
Vor vielen Jahren hatte ihr Mann im Suff ihr Kerosin ins Gesicht geschüttet und sie angezündet. Nach dieser schrecklichen Tragödie wollte sie sich das Leben nehmen. Wir konnten sie überzeugen, dass sie In Prana einen geschützten Raum hat und gaben ihr einen Job im Therapiezentrum für Kinder mit Behinderungen.
Verschleiert schlich sie sich damals in das Prana-Projekt. Zaghaft legte sie ihren Schleier ab. Was passierte? Nichts. Keines der Schulkinder nahm besondere Notiz. Sie sind es gewöhnt, vor allem wegen der Inklusion, dass einige Menschen nun mal anders sind als sie selbst. Keines der Kinder stellte neugierige Fragen.
Fast zwanzig Jahre hat Sivaneshvari nun bei uns gearbeitet. Die Narben im Gesicht sind verheilt, man sieht sie kaum noch. Die Narben in ihrer Seele sind eine andere Sache.
Warum sie jetzt geht? Ihr Söhne, beide alkoholkrank, sind erwachsen geworden und schlagen sie. Sie hat Angst vor einem erneuten Brandanschlag. Jetzt zieht sie zu ihrer Schwester weit weg. Dort, sagt sie, ist sie sicher. Wir wünschen ihr das Allerbeste für ihren Neuanfang und ein friedvolles Leben.
